Wie sind die Regelungen im Arbeitsrecht bei psychischen Krankheiten?

Immer mehr Menschen in Deutschland erkranken als Folge von allgemeiner Überlastung – insbesondere aber im Berufsleben – am Burn-out-Syndrom. Die psychische Erkrankung wird arbeitsrechtlich genauso gesehen wie jede andere Krankheit auch. Jedoch muss dazu erst einmal die offizielle Diagnose eines Arztes vorliegen. Oft kommt es bei vom Burn-out Betroffenen erst spät zum Arztbesuch und einer Krankschreibung, da sie sich fest im Arbeitsleben verwurzelt sehen und ihre Symptome lange nicht als solche erkennen. Umso schlimmer ist es für sie, wenn dann unerwartet die Kündigung des Arbeitgebers im Briefkasten liegt.

Wehren gegen die Kündigung!

Wer sich seelisch in schlechter Verfassung befindet, benötigt nicht noch mehr Unannehmlichkeiten. Auf eine überraschende Kündigung des Arbeitsverhältnisses sollte jedoch trotzdem unbedingt schnellstmöglich reagiert werden. Denn wer wichtige Fristen und die nötigen Schritte versäumt, kann der Kündigung später rechtlich nichts mehr entgegensetzen. Daher sollten sich Betroffene unbedingt beraten lassen und möglichst durch einen Rechtsanwalt Widerspruch einlegen. Er berät auch gründlich dazu, ob die Kündigung überhaupt wirksam ist – was sie bei vom Arzt bestätigter Krankheit oft nicht ist. In diesem Fall greift Arbeitsrechtsschutz, denn insbesondere langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen können sehr teuer werden und sollten abgesichert sein.

Wann gibt es eine Rente?

Wer längerfristig wegen einer psychischen Erkrankung wie Burn-out vom Arzt krankgeschrieben ist, kann – sobald die Krankenkasse nicht mehr zahlt oder eine Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht abzusehen ist – eine Erwerbsunfähigkeitsrente beim zuständigen Rententräger beantragen. Dazu muss vorher eine fünfjährige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegen haben. Es wird unterschieden zwischen einer vollen und einer teilweisen Erwerbsminderung, bei denen es trotz Krankheit noch möglich ist, täglich einige Stunden zu arbeiten. Die Entscheidung über eine Rente wird anhand der ärztlichen Unterlagen getroffen. Häufig kommt es außerdem noch zu einer persönlichen Begutachtung. Glücklich kann sich schätzen, wer für den Fall der Fälle vorher eine entsprechende Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, die die finanziellen Einbußen einer Rente wegen Erwerbsunfähigkeit oder Erwerbsminderung auffängt. Sinnvoll ist es deshalb sich bereits um eine Absicherung zu kümmern, sobald eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes – ob physisch oder psychisch – abzusehen ist. Das Gefühl, abgesichert zu sein und keine großen finanziellen Einbußen erwarten zu müssen, kann gerade bei seelischen Erkrankungen wie Depressionen oder dem Burn-out-Syndrom sehr wichtig sein.

Fazit:

Eine psychische Erkrankung wird rechtlich genauso betrachtet wie eine körperliche. Daher sollten sich Betroffene frühzeitig über ihre Rechte informieren und die nötigen Schritte einleiten.

 

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