Stillen ein sicherer Schutz vor erneuter Schwangerschaft?

Verhütung durch Stillen, ist das möglich?
Stillende Frauen bekommen während der Stillzeit häufig keine Periode. Dieses Phänomen der ausbleibenden Regelblutung lässt sich auf das Fehlen des Eisprungs zurückführen und nennt sich in Fachkreisen Stillamenorrhoe. Das regelmäßige Stillen hemmt die Produktion der für die Follikelreifung zuständigen Hormone und somit den Eisprung. Wenn durch diese hormonellen Gegebenheiten vorübergehend der Eisprung ausbleibt, besteht ein relativer Schutz vor Schwangerschaft. Denn ohne die Ausbildung von fruchtbaren Eizellen ist eine Schwangerschaft theoretisch unmöglich.

Dennoch ist das Stillen keine zuverlässige Methode zur Verhütung. Gerade in den Industrieländern wird meist nicht länger als ein halbes Jahr voll gestillt, wodurch die hormonelle Konzentration nicht ausreicht um einen Eisprung auf Dauer zu verhindern. Um einen relativen Empfängnisschutz zu gewährleisten, muss der Säugling voll gestillt werden und mehrfach am Tag, nach Bedarf des Säuglings angelegt werden. Mit dem Zufüttern oder einem zeitlich regulierten Still-Rhythmus wird der Schutz vor einer Schwangerschaft geringer und die Wahrscheinlichkeit für den ersten Eisprung wahrscheinlicher. Das Ausbleiben der Regelblutung ist nur ein unzuverlässiger Indikator dessen, ob ein Eisprung erfolgt ist. Da der erste Eisprung meist zwischen zehn bis zwölf Tagen vor der Regelblutung erfolgt und von der Frau unbemerkt bleibt, kann es zu einer Empfängnis kommen, bevor die Frau bemerkt, dass sie wieder fruchtbar ist.
Tritt die Regelblutung wieder auf, ist eine erneute Schwangerschaft in den ersten Monaten jedoch eher unwahrscheinlich, da die hormonelle Situation im Körper meist noch nicht für eine neue Schwangerschaft ausreicht.
Dennoch sollte man das Stillen nicht als alleiniges Verhütungsmittel einsetzten, da es nur als unsicheres Verhütungsmittel gilt.
Bild oben©SvetlanaFedoseyeva -Shutterstock.com

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