Angehörige von Alkoholikern

In sehr vielen Familien gibt es einen der beiden Partner, der regelmäßig Alkohol konsumiert. Ob es sich dabei immer einen alkoholkranken Menschen handelt, kann nicht wissen, aber oft leiden anderen Angehörige an diesen regelmäßigen Alkoholkonsum. Sie können mit dem Betroffenen nichts gemeinsam unternehmen oder Freunde einladen, weil es immer zu einen übermäßigen Alkoholkonsum kommt.

Angehörige von Alkoholikern versuchen daher oft, den Alkoholkonsum vor anderen Menschen aus ihrem sozialen Umfeld zu verheimlichen und brechen auch eigene soziale Kontakte ab. Sie schämen sich für ihren trinkenden Partner und wissen sich selbst nicht zu helfen. Ihr ganzes eigenes Leben wird dem Willen des trinkenden Partners unterordnet und nicht selten geben sich Familienangehörige sogar noch selbst die Schuld an dem Alkoholkonsum ihres Partners. Dabei rutschen diese, meist Frauen, in eine sogenannte Coabhängigkeit, wo sie ihr Leben den Partner zu Liebe völlig aufgeben.

Erst sehr spät merken die Angehörigen von Alkoholikern, dass sie mit ihrer Liebe und ihrer Fürsorge manchmal sogar die Sucht des Alkoholikers verlängern, als sie zu beenden. Alkoholkranke Menschen brauchen beziehungsweise müssen Konsequenzen für ihren Alkoholkonsum spüren, damit sie anfangen über sich nachzudenken. Solange ihr Leben für sie geebnet wird durch die Angehörigen, haben sie meist gar keinen Grund, etwas an ihrem Leben ändern zu wollen.

Zu einer einer Einsicht in die eigene Alkoholkrankheit wird oft von dem persönlichen Tiefpunkt gesprochen, den ein Alkoholiker erreichen muss, um über seinen Alkoholkonsum nachzudenken und dann auch bereit ist, Hilfe anzunehmen. Spürt er keine Konsequenzen, wird der persönliche Tiefpunkt wohl auch nie erreicht und es kann kein Veränderungswille entwickelt werden.

Durch die oft sehr lange Partnerschaft, brauchen Angehörige, die bereits in eine Coabhängigkeit gekommen sind, meist selbst Hilfe. Aber auch hier wird oft erst ein gewisser Tiefpunkt erreicht werden müssen, wo Angehörige ihr eigenes Leben nicht mehr der Alkoholsucht ihres Partners opfern.

Ob es dann immer eine Trennung und Scheidung sein muss, wird sich durch die Zeit ergeben, wenn beide Partner erst mal ihr eigenes Leben leben und vor allem, jeder für sich wieder ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

Hilfe annehmen zu können, setzt aber auch eine Einsicht voraus, Hilfe auch zu brauchen.

 

foto:© Lars Koch – Fotolia.com

 

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